Natur – Eine Katastrophe

„Was werden wir im Jenseits nicht alles entdecken! Wir werden mit Erstaunen Menschen begegnen, die Christus nicht kannten, doch ohne es zu wissen, aus ihm gelebt haben.“

(Frère Roger, Taizé)

Glocken der Kirche St. Pankratius in Niederheckenbach / Video Paul Schier

Ihr lieben Kirchencafé-ler,

der Klang der Kirchenglocken ist uns vertraut, wenigstens das, denn seit unserem letzten Beitrag ist fast nichts mehr wie es war,

jedenfalls nicht in unserer Region.

Die Ahr wurde in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 durch Starkregen in einen reißenden Strom bisher nie dagewesenen Ausmaßes verwandelt und hat in ihrer neuen Größe alles verwüstet oder sogar mitgerissen, was ihr nicht standhalten konnte:

Menschen und Tiere, Häuser, Autos, Lebensentwürfe …

Ich selbst habe diese Nacht in einer Vollsperrung auf der A 61 verbracht, mangels Internet noch nicht ahnend, was um mich herum tobte und in welcher Gefahr ich mich befand.

Das erfuhr ich nach und nach erst am folgenden Tag und den Tagen danach.

Bis gestern hatten wir bei uns zuhause so instabiles Internet, dass ich nichts auf die Seite des Kirchencafés stellen konnte – doch damit konnte ich gut leben, denn diese Tatsache unterstrich meine

große Sprachlosigkeit und Ohnmacht

und gab mir ein Alibi.

So viele von Euch, so viele Freunde und Bekannte, Kirchencafé-ler, 

wohnen doch entlang der Ahr und wurden stark getroffen. Manche von Euch haben nur noch, was sie in dieser Nacht auf dem Leib trugen und verloren geliebte Menschen. Wir leiden mit Euch, wir sind bei Euch und nehmen Euch in den Arm, wir klagen und schreien mit Euch … ängstlich ahnend, dass diese Katastrophe von uns Menschen selbst herbeigeführt wurde… aber Gott ist bei uns und geht auch jetzt mit uns – durch diese schwere Zeit.

„Heilig, heilig heilig“ von Franz Schubert / Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Viele von Euch kennen unsere lieben Freunde Anne und Paul Schumacher,

zumindest ihren Namen.

Sie spenden uns seit 15 Jahren ihren köstlichen Glühwein, den wir dann alljährlich nach der Christmette in Niederheckenbach gemeinsam genossen haben. Obwohl wir ihn immer kostenlos an alle ausgeschenkt haben, kam durch Eure Großzügigkeit immer trotzdem ein ansehnlicher Betrag zusammen, den wir dann wiederum Pfarrer Opiéla für seine Schützlinge, die Sinti und Roma, mitgeben konnten. 

Nun sind Anne und Paul selbst sehr stark vom Unwetter getroffen worden

. Stellvertretend für Viele stellen wir hier ein, was sie auf der Seite ihres

„WeinGut Paul Schumacher“ in Marienthal 

unter anderem geschrieben haben:

„Wir werden diese schreckliche Nacht nie vergessen. Die Flutwelle hat das gesamte Weingut und unsere Wohnung zerstört und wir sind sehr dankbar, dass wir uns auf das Dach retten und so der Flut und dem Tod entkommen konnten. Das Wasser hat uns zurückgeworfen auf uns selbst, reduziert auf das Wesentliche, das bloße Dasein.“ (Anne und Paul Schumacher)

Ihr lieben Kirchencafé-ler, lasst es uns so machen, wie auch schon zu Corona-Zeiten. 

Berichterstattung zur Flutkatastrophe gibt es auf vielen Kanälen. Die müssen wir hier nicht übernehmen.

Lasst uns hier stattdessen auch jetzt wieder GEMEINSAM

nach positiven Momenten, nach Zwischenmenschlichem, nach Wärmendem, nach Hoffnungs-Momenten Ausschau halten. Denn es gibt sie!

Schickt sie mir!

„Unser Kirchencafé-Kommunionkind“ Ida,

das am 3. Juli zur Kommunion gegangen ist, hat mir am Donnerstag ein Bild gemalt. Als ich nach einem langen Arbeitstag nach Hause kam, fand ich es zusammen mit einem kleinen Brief in unserem Briefkasten. Ich liebe es, Papierpost zu bekommen und nach dem langen, anstrengenden Tag hellte meine Miene sich gleich auf, als ich den Umschlag in der Hand hielt.

Mit meinem ansonsten ängstlichen, nur nach unten gerichteten

„Erwachsenen-Blick“

und noch leicht hochgezogenen Schultern, die mir ein wenig Schutz bieten sollten mitten in der Katastrophe, bekam ich erst einmal einen kleinen Schreck. Ich dachte, Ida habe, aufgrund der vielen Eindrücke  und Erzählungen von vielen Toten, „Kreuze“ gemalt, vielleicht einen Friedhof … Ich war in meinen Gedanken und meiner Angst so festgefahren.

Und dann öffnete ich Idas Brief, der bei dem Bild lag. 

Wie so oft, schien es,

schickte Gott ein Kind, um den Erwachsenen die Augen zu öffnen.

Ida schrieb mir:

„Liebe Anja, wie geht es dir? Dieses Bild soll ein Sternen Bild dazeigen. Mit verschiedenen Sternen. Und einem Mond. Ich hoffe es gefällt dir!!! Viele liebe Grüße, Ida“

Ich war tief berührt. Ja! Es gefiel und gefällt mir! Und danke, liebe Ida, jetzt geht es mir besser!

Ida hatte nicht den Blick – wie ich – nur auf den Boden gerichtet. SIE schaute (weiter) auf zum Himmel…

Gott sei Dank.

„Du hast ganz leis mich beim Namen genannt“ / Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Es gibt so viele Helfer, so viele Begegnungen, so viele kleine Begebenheiten in und nach dieser Katastrophe. Unzählige Helfer versorgen z.B. in dem flächenmäßig so großen Gebiet die Menschen mit (warmen) Mahlzeiten, genau so, wie es im heutigen Evangelium steht:

„Gebt Ihr ihnen zu essen!“ und „Wenn wir teilen, werden alle satt!“

Macht uns darauf aufmerksam und teilt die vielen Momente der Menschlichkeit und der Hoffnung mit uns,

denn ist es nicht das, was unser Leben (auch in dieser Ohnmacht) wirklich ausmacht?

Wie z.B. dieses Video, das Miriam uns geschickt hat. Es zeigt Helfer in Ahrbrück, die nach getaner Arbeit

„Gib offene Augen mir, Herr, für die Not“

singen:

 

Wenn Ihr eine Kerze für einen Menschen anzünden möchtet, der in den Fluten ums Leben gekommen ist, schreibt mir auch das bitte …

In der Hungerwüste Afrikas und Brasiliens
in der Corona-Wüste weltweit
in den Verwüstungen unserer Flutkatastrophe
durch unerbittliche Feuersgluten
nahe den verbrannten vertrockneten Wäldern
da wo unsere Mutter Erde verwüstet wurde
angesichts von Steingärten vor den Häusern
und von versiegelter Erde
Gebt Ihr ihnen zu essen!

Den Ärmsten und Vergessenen
den missbrauchten Kinderseelen
den Obdachlosen
den Frauen ohne Stimme
den Familien ohne Existenzgrundlage
allen die um ihre lieben Toten trauern
allen die durch Terror verängstigt sind
denen Gewalt angetan wird
die um ihr Leben bangen
in den Kliniken und auf offenem Meer
Gebt Ihr ihnen zu essen!

 

Durch Eure Zeit und euer Interesse
offene Augen und Ohren
durch Euer Mitgefühl
und Eure Tränen
durch eure Begabungen
und tatkräftige Hilfe
eure vielfältigen Möglichkeiten
und seien sie noch so klein
in tatkräftiger Hilfe
und im Miteinander Teilen
durch euer Beten
und ein gutes Wort
durch Gottes Wort
mit Brot und Rosen
Gebt Ihr ihnen zu essen!

 zu Johannes 6, 1-15

katharina barth-duran
23/07/21

Liebe ist nicht nur ein Wort / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Abschließen möchten wir mit Idas Kommunionfoto

und einem Foto, das sie mit der Königin zeigt.

Ich hatte sie ihr an der Feier ihrer Kommunion, zu der wir Beilsteiner alle von ihr eingeladen worden waren, zum Dank und zur Wertschätzung überreicht.

Denn hatte sie uns in ihrer Vorbereitungszeit auf die Kommunion nicht alle ein Stückchen glücklich(er) gemacht? Eben das, was unser Leben ausmacht …

In tiefer Verbundenheit mit Euch allen, bitten wir um Gottes Segen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Hier geht es demnächst weiter mit Euren Hoffnungs-Beiträgen in der Katastrophe …

Natur – Der Herr ist schon da! Teil 2

„(…) Innehalten, einen Augenblick lang, mitten im Alltag.

Dem Rauschen der Bäume lauschen, die ziehenden Wolken betrachten, den Menschen neben mir liebevoll anschauen, auf meine innere Wahrheit hören, einen Augenblick dem Leben danken, dass wir sind … (Quelle unbekannt)

Joachim Hölle-Gindorf singt in einem Kirchenchor.

Er schickte uns das nachfolgende Stück, mit dem wir heute beginnen möchten. Joachim schrieb uns, dass jetzt wieder 10 Leute gleichzeitig singen dürfen und dass das Stück

„Eine Nachlese zum Fest Peter und Paul“ sei.

„Tu es Petrus, et super hanc petram
aedificabo Ecclesiam meam“ (von Franz Liszt), heißt übersetzt: „Du bist Petrus [der Fels],
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.. 

Liebe Kirchencafé-ler,

jetzt hat es etwas länger gedauert, bis es mit dem 2. Impuls 

„Natur – Der Herr ist schon da!“

weiterging. Aber die Institution Kirche hat wieder damit begonnen, Sitzungen einzuberufen. Nicht nur ich war diese Woche an zwei Abenden Teilnehmerin bei einer Online-Pfarrgemeinderatssitzung (nur Gemeinde Heckenbach) und einer Pfarreienratssitzung vor Ort in Ahrbrück (Pfarreiengemeinschaft Altenahr mit 10 Pfarreien).

Somit war wenig Zeit, den Impuls an den Abenden zu gestalten, aber jetzt ist „Teil 2“ fertig und

wir begrüßen Euch von Herzen!

Wer hat sich da wohl im Wald überlegt, die Schuhe auszuziehen, habe ich mich gefragt, als ich diese Fußspur zum ersten Mal entdeckt hatte.

Der Abdruck ist nicht sehr groß. Ob er von einer Frau stammt? Vielleicht war es auch ein Kind, ein Teenager, oder ein Mann mit kleinen Füßen.

Da ich nicht davon ausgehe, dass der- oder diejenige keine Schuhe besitzt, glaube ich, sie oder er hat es genossen, ein Stück ohne Schuhe zu gehen … vielleicht war es ein heißer Tag und an diesem Tag durch eine Pfütze zu waten…

… sich die Füße abzukühlen – einfach so – tat sicher gut.

Ob sie vom Wandern geschmerzt haben?

Oder war es einfach so eine Art Kneipp-Kur?

Pure Lebenslust?

Jedenfalls gehörte Vertrauen dazu, in die Pfütze einzutauchen. Vertrauen darauf, auf keinen spitzen Stein oder etwas Dorniges zu treten, das in der Pfütze liegt.

Es hat sich sicher schön angefühlt, mit den Füßen in das Wasser einzutauchen und den kühlenden Matsch unter den Fußsohlen und zwischen den Zehen zu spüren.

Als ich nach einem großen Regenguss wieder an der Stelle vorbei kam, war die Fußspur nicht mehr zu sehen. Am Rand waren sogar Spuren eines großen, vermutlich Holzladers, zu erkennen. Ich war richtig enttäuscht. 

Ob der Fußabdruck

noch da sein würde, wenn die Pfütze irgendwann wieder ausgetrocknet ist?

Das habe ich mich gefragt…

Zwei Tage später war das Wasser nach sehr warmen Tagen zum großen Teil verdunstet.. aber der Fußabdruck war noch da… reichlich gefüllt…

Ist hier Gott in den Menschen geflossen? Es kommt mir jedenfalls vor wie ein Sinnbild.

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10)

„Das Lied des Lebens“ / gesprochen von Anja Neißner

GL 466 Herr, dich loben (Sonnengesang) / Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Rosi und Erich Gemein grüßen ganz herzlich mit einer Josefslilie aus ihrem Garten.

Sie schrieben uns:

„Zu dieser Blume gibt es eine kleine Geschichte: Unser Opa, Hans Hilger, war immer ein guter Naturkenner und Freund. Diese hat er vor einigen Jahren hinter Kesseling im Felsen entdeckt und vor dem Aussterben gerettet und in seinen Garten gebracht. Da unser Heiligenhaus dem Hl. Josef gewidmet ist, haben wir vor dem Hausverkauf Ableger in unseren Garten gepflanzt. Das ist zum Glück daraus geworden.“

Immer wieder taucht(e) auch die Frage auf, wer im Zusammenspiel von Mensch und Natur die Oberhand behält.

Mensch oder Tier?

Ein Reh besucht eine Wohnsiedlung.

Ein Baum wächst langsam und beständig einen Stacheldraht ein.

GL 463 / Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Erinnert Ihr Euch an Teil 1 unseres Natur-Impulses?

Hilde und Franz-Josef Küpper sind mit ihren Freunden noch weiter auf dem von den Frauen von „St. Laurentius“ in Ahrweiler für alle Interesssierten so liebevoll ausgeschilderten Weg von Ahrweiler nach Maria Laach gepilgert, wo sie weitere Impulse fanden.

Hier war es der Halt und Impuls an der Kirche in Hain, in der Nähe der Burg Olbrück:

Wie steht es da oben?

„ich hab dich im Blick, du bist nicht vergessen“

Heute vor einem Jahr ist Jan Weber im Alter von nur 21 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Wir hatten ihn hier ein Stück begleitet und ihn verabschiedet.

Heute möchten wir wieder an ihn denken und ihm, aber auch Christoph, Heike und Lara sagen:

„Wir haben Dich, wir haben Jan im Blick, wir haben ihn nicht vergessen.“

Wir haben auch Euch, lieber Christoph, liebe Heike, liebe Lara, im Blick und haben Euch nicht vergessen.

Nicht nur, wenn wir Eure Anzeige in der Zeitung lesen, dann leiden wir mit Euch, wenn Ihr schreibt:

1 Jahr …

… ohne Deine Stimme zu hören.

… ohne Dein ständiges Pfeifen.

… ohne Dein Lachen zu hören.

… ohne Deine festen Umarmungen.

… ohne DICH!

Wir vermissen Dich so sehr.

Christoph, Heike und Lara

„Die Träume hüten“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Liebe Kirchencafé-ler,

hier geht es bald weiter mit Teil 3 von „Natur – Der Herr ist schon da!“

Am morgigen Sonntag, den 11.07.2021 gibt es dieses Mal wirklich kein Morgenlob und keinen Impuls. Heute (Samstag, den 10.07.21) heiraten nämlich unsere Nichte Lara und Schwiegerneffe Sebastian und dazu wurden wir eingeladen und dürfen wir dabei sein.

Mit großem Dank für alle schönen Beiträge und Euer Dabeisein im Impuls,

möchte ich abschließen mit einem lieben Gruß unserer Gemeindereferentin Manuela Kremer-Breuer, die mir nach der Pfarreienratssitzung am Donnerstagabend ein kleines Geschenk in die Hand drückte.

Ich hatte mich bereits über die Geste sehr gefreut, der Inhalt hat die Freude dann noch verstärkt. Schaut mal:

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Prophetinnen und Propheten

Liebe Kirchencafé-ler,

wie Ihr wisst, war/ist für heute kein Morgenlob geplant.

Aber Prophetinnen und Propheten waren und sind am Werk …

Hier ist das sonntägliche Ergebnis, das wir gerne mit Euch teilen möchten

 

Die Glocken der Kirche St. Pankratius in Niederheckenbach läuten den Sonntag ein / Video Paul Schier
„Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu Dir“ / Singkreis Kaltenborn unter der Leitung von Silvia Groß
„Auch du bist ProphetIn“ / Text Katharina Barth-Duran / gesprochen von Anja Neißner

„Geh mit Gott“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Auch, wenn wir heute nur ein ganz kurzes Morgenlob feiern, laden wir Euch doch dazu ein, Euch eine Kerze anzuzünden, Euch in die Nähe Gottes zu setzen und dem Evangelium zu lauschen. Was will Gott uns HEUTE sagen?

Halleluja-Ruf / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld
Evangelium des Tages / gelesen von Anja Neißner
Halleluja-Ruf / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Wisst Ihr noch, wer Ralf Knoblauch ist?

Ralf ist Diakon in Bonn und „Vater“ der Könige und Königinnen, die für Würde und Wertschätzung stehen, die er in jedem Menschen sieht.

Ralf, der somit zum Bistum Köln gehört, hat diesen Aufruf an uns weitergeleitet:

Ihr lieben Kirchencafé-ler,

diesen spontanen Sonntagsgruß von Prophetinnen und Propheten möchten wir Euch heute gerne mitgeben. 

Weiter geht es hier in der kommenden Woche mit Natur-Impuls Teil 2

„Natur – Der Herr ist schon da!“

Wir freuen uns auf Euch!!!!

Gott, segne uns. 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Gottes Geist schenkt uns Gemeinschaft / Hebräisches Lied nach Psalm 133,1 / Dt. Text H. Schlegel /
Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Natur – Der Herr ist schon da! Teil 1

„Lass uns in Deinem Namen, Herr“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Der Herr zieht mit. Er ist schon da!

Der dich getragen, geprägt, geführt und befreit hat.

Er ist schon dort. Geh mit ihm.

Erfahr ihn, wie du es nie geglaubt.

Er ist schon dort.

Der dich in Ungeahntes, Neues führt.

Er ist schon dort.

Geh – du bist nicht verlassen.

(Bernhard von Clairvaux, Kirchenlehrer; 1090-1152)

Glockengeläut aus Bayern / mitgebracht von Pia Sonntag
„Leben lernen“ /T+M Kurt Miluka/ Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Liebe Kirchencafé-ler,

wir begrüßen Euch von Herzen zu unserem ersten kleinen Natur-Impuls, der gestaltet ist mit einer ersten Auswahl Eurer belebenden Einsendungen, über die wir uns sehr gefreut haben!

An dem Wort „ersten“ hört Ihr bereits, dass noch weitere Impulse folgen werden, denn Ihr habt noch mehr geschickt. Wie schön! Ein liebes Dankeschön von hier zu Euch!

So laden wir Euch herzlich ein, einzutauchen in Impuls 1 zu

„Natur – Der Herr ist schon da!“

 

Normalerweise findet im Mai die Pilgertour der Frauen von Ahrweiler nach Maria Laach statt. Cornonabedingt war das nicht möglich. Die Strecke wurde aber trotzdem liebevoll ausgeschildert und mit meditativen Texten bestückt. Das war das Glück von Franz-Josef und seinem Freund Hermann. Denn ihre Frauen Hildegard und Petra sind den ca. 27 km langen Weg daraufhin mit ihren Männern gepilgert und lassen uns mit Fotos daran teilhaben. Sie passen natürlich bestens zu einem Natur-Impuls (Fortsetzung folgt)

Liedruf „Herr, wie ein Baum“ / gesungen von Pia Sonntag und Anja Neißner

Annemie Ulrich schreibt:

„Den Nussbaum links haben wir 2011 anlässlich des Jahr des Waldes mit unserem Förster Markus Noack gepflanzt. Er wächst und gedeiht, jedes Jahr gibt es mehr Nüsse.

Im Kontrast dazu der abgestorbene Baum.

Anfang und Ende, Leben und Tod,

Freude und Leid, Kommen und Gehen,

Wachsen und Vergehen,

das versinnbildlichen diese beiden nebeneinander stehenden Bäume.

Die Kinder haben ein Gespür dafür und thematisieren es, wenn wir auf unserem Weg in den Wald dort vorbeikommen.“

(Annemie Ulrich)

„Etwas entgegen setzen“ von Katharina Barth-Duran / gesprochen von Anja Neißner

Apropos Regenbogen… Erwin Salditt schreibt uns: 

„… da saß ich gestern Abend auf dem Balkon und habe dem Sonnenuntergang zugeschaut und hätte beinahe gar nicht mitbekommen, was sich hinter meinem Rücken abspielte, wenn ich nicht das „Aah“ und „Ooh“ von der Straße gehört hätte.“

Am selben Tag hat Rosi tief beeindruckt – ob der rötlichen Einfärbung – den Regenbogen in Sinzig gesehen, sie schreibt: „Ich habe so etwas noch nie gesehen.“

„Wo Menschen sich vergessen“ / Gitarre und Gesang Ingrid Keppeler

Hier geht es in Kürze weiter mit Impuls 2

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Video Ulla Schmitt / gefilmt im eigenen Garten

MITTAGSLOB – ungeplant …

Neue Aufnahme des Glockengeläuts der Kirche St. Pankratius in Niederheckenbach / Paul Schier

Ihr lieben Kirchencafé-ler,

wie die meisten von Euch wissen, war für heute kein Morgenlob geplant…., 

aber von überall her kamen wieder Eure Beiträge….

ich bringe es nicht übers Herz, sie nicht hier für Euch einzustellen …

Auch das Läuten der Glocke wurde noch einmal neu von Paul aufgenommen – jetzt in der aktuellen Sommerkulisse …

Ich kann mich nur immer wiederholen – Ihr seid wunderbar!

So lasst uns doch an diesem Sonntag heute einfach mit Euren Einsendungen ein

kleines und schlichtes 

Mittagslob

feiern. Für manche wird es vielleicht auch ein Abendlob.

Mit den Naturimpulsen geht es dann in der kommenden Woche weiter.

Gott, wir sind da. Wir loben Dich. Gott, Du bist da.

Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns wie die Luft, die wir atmen, ohne die wir nicht leben können.

Wir haben uns zum Gebet versammelt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Zündet Ihr Euch zuhause auch wieder eine Kerze an? Dann setzen wir uns gemeinsam in die Nähe Gottes und hören auf sein Evangelium und was ER uns damit in unserer HEUTIGEN Zeit sagen möchte:

Liedruf „Hallelujah“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld
Evangelium des Tages Markus 5, 21-43 / gelesen von Anja Neißner
Liedruf „Hallelujah“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Und das sind die Sonntags-GE-danken von Pfarrer Jan Opiéla dazu; von ihm sind auch die Anbetungs-Fotos:

Wie würdet Ihr das Evangelium darstellen, wenn Ihr es mit Egli-Figuren tun solltet?

Bei Annemie Ulrich sieht es so aus:

„Talita kum“ von Katharina Barth-Duran / gesprochen von Anja Neißner

Beten wir gemeinsam das Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Wir danken von Herzen für alle Einsendungen zum Lob Gottes, für Euer Mitbeten und erbitten nun von IHM den Segen.

Gott, segne uns.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Zum Abschluss gibt es natürlich noch einen Kaffee

(Für die, die diesen kleinen Gottesdienst als Abendlob feiern, ist er koffeinfrei, damit alle gut schlafen können!!)

und

ein Lied, das viele von Euch sicher noch aus unserem Adventskalender kennen; es war 

im 17. Türchen und wurde von Jana (1. Stimme) und Annette Fuhrmann (2. Stimme) zur Gitarren-Begleitung von Norbert Zimmermann für uns Kirchencafé-ler gesungen, 

Leuchte, leuchte auf
Als ob du eine Wahl hättest
Auch wenn du meine Stimme nicht hören kannst
ich werde eng an deiner Seite sein.

Gesang Jana und Annette Fuhrmann / Gitarre Norbert Zimmermann

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

MORGENLOB mit LICHT und LÄUTEN für Gerd Karst

Läuten der Glocken der Kapelle Zumried in Mosbruch / Familie Karst

GL 828 Wäre Gesanges voll unser Mund / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Zweiundvierzigstes

gemeinsames Morgen- (Abend-/Allzeit-) Lob 

in Zeiten von Corona

Gott, wir sind da. Wir loben Dich. Gott, Du bist da.

Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns wie die Luft, die wir atmen, ohne die wir nicht leben können.

Wir haben uns zum Gebet versammelt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Kirchencafé-ler,

ich kann nur hoffen, dass Gott Internet hat. Es ist wieder eine solche Freude, was Ihr für dieses Morgenlob von überall her wieder geschickt habt, einfach so … zum Lob Gottes. DANKE!

Nun möchten wir aber zuerst wieder tröstend Menschen in unsere Mitte nehmen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Ihr habt es gesehen und gehört; heute haben die Glocken aus Mosbruch bei Kelberg geläutet,

denn am Freitag ist Gerd Karst verstorben.

GERD KARST

* 18.09.1939  †18.06.2021

Liebe Helga, Sie haben Ihren geliebten Mann,

Christa, Gerald, Anja und Dirk, Ihr habt Euren guten Vater,

Marina, Manuela, Björn, Tanja, Katrin, Michaela und Kaspar, Ihr habt Euren lieben Opa und Lena, Philipp und Emma, Ihr habt Euren Uropa verloren.

Wir möchten Euch mit diesem Morgenlob mitfühlend beistehen und begleiten und bis zur

Verabschiedung

am Donnerstag, den 24.06.2021 um 14.30 Uhr auf dem Friedhof in Uess

und darüber hinaus sollt Ihr wissen, dass Ihr nicht alleine seid.

Wohin gehe ich …. / gesprochen von Anja Neißner

Liebe Kirchencafé-ler, die Verbindung zu unserem Kirchencafé kommt daher, dass Gerds Sohn Dirk, seine Frau Uli und sein Sohn Kaspar im Heckenbacher Ortsteil Cassel leben und unserer Kirchengemeinde sehr verbunden sind.

Enkel Kaspar hat im Namen der ganzen Familie

eine Kerze für Opa Gerd angezündet. Es ist die Schutzengel-Kerze, die zuhause in Cassel schon seit zwei Wochen, seit sich Gerd auf seinen Weg gemacht hatte, immer wenn es möglich war, angezündet wurde und zuversichtliche Begleitung war.

Gerd war zu Lebzeiten – wie ich im Gespräch erfuhr – immer sehr klar in seinen Entscheidungen, von denen er sich dann auch nicht mehr abbringen ließ und so traf er auch vor dreieinhalb Jahren, als er die Diagnose Lungenkrebs erhalten hatte, die Entscheidung, keine Behandlung zu wollen. Das war für seine Familie im ersten Moment nicht einfach zu akzeptieren. Rückblickend finden sie seine Entscheidung richtig. 

Gerd ist am Freitag so gestorben, wie er es sich immer gewünscht hat. Er ist ruhig und zuhause eingeschlafen.

Bis dahin hat Helga sich aufopferungs- und liebevoll um Gerd gekümmert. Sie sind auch diesen Weg, solange es ging, gemeinsam gegangen. Sie konnten noch gemeinsam ihre 80. Geburtstage feiern, Gerd sogar noch seinen 81.

Gerds Schwiegertochter Uli hat mir erzählt, dass er ein guter Schwiegervater war, dass er sie und alle Menschen, die ihm begegnet sind, so genommen und akzeptiert hat, wie sie sind. Dass er ein friedvoller Mann war, der sich nicht von seinem Weg abbringen ließ. Gerds Beruf war auch seine Berufung. Er war Landschaftsgärtner, liebte die Natur und identifizierte sich sehr mit seinem Einsatzort im Ferienpark am Heilbachsee.

Zuhause hatte er Kaninchen und Hühner, zu denen er immer wieder mit den Enkeln und Urenkeln ging, während er ihnen gleichzeitig etwas zu den Pflanzen erzählte.

Gerd hatte auch eine schöne Stimme und hat leidenschaftlich gerne gesungen, am liebsten alte Lieder und Schlager.

Liebe Helga, Sie haben für Gerd heute dieses Lied ausgesucht:

Liebe Familie von Gerd, wenn wir jetzt gleich im Evangelium hören, dass ein Wirbelsturm und Wellen ein Boot gepackt haben, in dem die Jünger mit Jesus gesessen haben, dann denken wir eventuell erst einmal an das heftige Gewitter der vergangen Nacht, dann erkennt Ihr Euch darin aber vielleicht auch ein bisschen wieder.

Auch Ihr wart und seid, besonders in den letzten beiden Wochen, aufgewühlt und fühltet Euch emotional hin- und hergeworfen.

Wie Gerd diese Zeit wirklich empfunden hat, können wir nur ahnen. Vielleicht hat Jesus aber auch ihn gefragt: Warum hast Du solche Angst und hat Gerd an seinen Glauben erinnert und er konnte deshalb ruhig einschlafen.

Hören wir nun das Evangelium des Tages

Markus 4, 35-41

Liedruf „Hallelujah“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld
Kommunionkind Ida liest das Evangelium
Liedruf „Hallelujah“ / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

Nachfolgend die Gedanken zum Evangelium von Pfarrer Jan Opiéla

Schauen wir nun, wie Annemie Ulrich das Evangelium mit den Egli-Figuren dargestellt und Kristina Rosenbaum die Szenen fotografisch in Szene gesetzt hat. 

Beten wir gemeinsam das Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Heilsame Ruhe / gesprochen von Anja Neißner

Liebe Familie von Gerd und alle, die ihn sonst noch vermissen,

wir entlassen Euch nun behutsam wieder aus unserer Mitte, bedanken uns für Euer Vertrauen und bitten Gott um seinen Segen für Euch, für Gerd und auch für uns.

Der Klang der Glocken, der ihm so vertraut war, möge Gerd auf seinem Weg bis zur Verabschiedung am Donnerstag begleiten. 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

„Meine Zeit steht in deinen Händen“ /Text und Melodie Peter Strauch / Gesang und Gitarre Ingrid Keppeler

Liebe Kirchencafé-ler,

am 03. Juli 2021 geht Ida übrigens zur Erstkommunion.

War sie nicht ein wunderbares Kommunionkind?

Wer ihr gerne eine Karte schreiben möchte, kann mir gerne schreiben oder mich anrufen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich die Adresse eines kleinen Mädchens nicht einfach hier ins Internet setzen möchte …

Kontaktdaten für Idas Adresse

Ich gebe Euch dann gerne die Adresse. Ida freut sich sicher riesig über ganz viel Post aus dem Kirchencafé, in dem sie schon unzählige Jesus-Kerzen entzündet und Texte vorgelesen und einfach unser Herz erfreut hat.

Hier geht es nun weiter, wie gewohnt, mit dem virtuellen Morgenlob am 3. Sonntag des Monats, somit am 18.07.2021, sowie spontanen Impulsen.

Zu unserer großen Freude können wir Euch mitteilen, dass das 

erste Morgenlob im Kirchencafé in Heckenbach vor Ort

für Sonntag, den 15.08.2021 um 9.30 Uhr

geplant ist!! Wir freuen uns riesig und hoffen, dass das klappen wird!!

Haltet Euch diesen Termin bitte frei. 

Wir möchten Euch unbedingt (wieder-) sehen und vor Ort begrüßen!!!

Herzliche Grüße, auch an unseren Organisten Jos van Son und seine Frau Alice,

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Licht und Läuten für Gertrud Surges

Sabine Marienfeld (Enkelin der Verstorbenen) singt zu Beginn für uns und ihre Oma das Lied „Fragen-Vater nur du“ (Text und Melodie sind von Christian Methfessel), begleitet wird sie von Monika Bojanowski an der Orgel:

In Hönningen ist es Brauch, dass immer, wenn jemand verstorben ist, mittags nach dem Angelusläuten, mit allen Glocken geläutet wird.

Dabei läutet dann auch die Urglocke, die man ganz hell heraushören kann. Sie diente früher als Sterbeglocke. Da das Dorf sich erweitert hat, ist sie nicht überall zu hören und es wird  zusätzlich noch mit allen anderen Glocken geläutet.

Heute läuten die Glocken für Gertrud Surges:

Liebe Kirchencafé-ler,

heute haben wir die Glocke in unserem virtuellen Kirchencafé für Gertrud Surges läuten lassen, die am frühen Donnerstagmorgen im Kreise ihrer Familie, die sie im Sterben liebevoll begleitet hat, verstorben ist.

Gertrud ist 96 Jahre alt geworden. Ein begnadetes Alter, sagt man gerne.

Auf ihren Gedenk-Zettel hat ihre Familie geschrieben:

Wer´s nie empfand, kann nie verstehn, den Schmerz, die Mutter sterben sehn. Vom Muttergrab zum Himmel auf, heb tränenfeucht den Blick hinauf. Falt still die Händ und bet´ für sie, vergelt ihr Gott die Treu und Müh´!

In ihrer Familie hieß sie bei allen „Oma“, egal ob Enkel, Schwieger-enkel, Urenkel … Udo Meurer, einer der Schwiegerenkel, hat im Namen der ganzen Familie für Oma Gertrud eine Kerze angezündet.

Liebe Familie von Gertrud

und alle, die heute an sie denken, wir möchten Euch heute alle mitfühlend in unsere Mitte nehmen, ganz besonders Helmut, als einziges noch lebendes Kind von Gertrud, die auch noch zwei Töchter hatte, die aber bereits vor ihrer Mutter verstorben sind.

Gertrud, die somit 3 Kinder, 5 Enkel und 8 Urenkel hat, ist übrigens auch die Oma von Sabine Marienfeld, deren Gesang fast jeden unserer Beiträge bereichert und Elisabeth Surges, die einmal für das Kirchencafé die Jesus-Kerze in dem wunderschönen Kräuter-Mandala angezündet hat, das zu „Maria Himmelfahrt“ entstanden war (erinnert Ihr Euch?).

Diese Kerze soll auch heute unsere Jesus-Kerze sein.

Setzen wir uns nun in die Nähe Gottes, zünden uns auch zuhause eine Kerze an und hören das Evangelium des Tages: Mk 3, 20-35

Wir beginnen und enden mit dem Halleluja-Ruf / Orgel: Monika Bojanowski /

Gesang Sabine Marienfeld

Es folgt die Möglichkeit, das Evangelium zu hören, ich habe es für Euch gelesen.

GEDANKEN ZUM EVANGELIUM 

Ist es Euch auch direkt mulmig geworden bei diesem Evangelium? 

Denn irgendwas ist doch in den meisten Familien … oder? Licht und Schatten…

Und dann habe ich eine gewisse Art der Erleichterung verspürt an der Stelle, wo es heißt „Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden (…)“

Ich finde, Katharina Barth-Duran hat es sehr gut ausgedrückt, als sie schrieb:

„Mich fasziniert immer neu, wie frei dieser Jesus war und wie er damit auch uns befreien kann! Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass durch verschiedenste Belastungen und Entwicklungen sich oft sehr tiefe Gräben in der eigenen Familie auftun können, die manchmal – auch beim besten Willen nicht – zu überwinden sind. Mir hat es sehr geholfen, dass es da noch einen weiteren Familienbegriff gibt, den Jesus uns aufzeigt…

Wir alle sind geliebte Kinder eines Vaters im Himmel, der uns auch Mutter ist.“

Hören wir nun das Musikstück „Air“ von Johann Sebastian Bach, das Gertruds Urenkelin Laura Marienfeld hier auf der Klarinette spielt.

Begleitet wird sie von Monika Bojanowski an der Orgel.

In Hönningen in der Kirche gibt es den liebevollen Brauch des Verstorbenen-Gedenktisches, der immer hergerichtet wird, wenn – wie in Gertruds Fall – eine MitbürgerIn verstirbt. In dem ausgelegten Buch, das wir hier im Altarraum mit einer Kerze sehen, wurde auch ihr Name eingetragen:

Abschließend möchte ich Euch noch eine nette kleine (wahre) Begebenheit aus dem Leben von Gertrud mitgeben. Sabine verriet sie mir bei unserem Gespräch:

Gertrud ist in dem kleinen Dorf „Kirchsahr“ in der Verbandsgemeinde Altenahr aufgewachsen. Sie erzählte immer mal wieder Folgendes:

Als sie ca. 7-8 Jahre alt war, kamen – wie man damals noch zu Roma und Sinti sagte – Zigeuner in das kleine Örtchen und blieben ein paar Tage. Das war für Gertrud unglaublich aufregend und spannend und sie hielt sich oft und gerne in der Nähe des Platzes auf, wo sie für diese Tage ihre Bleibe aufgebaut hatten.

An einem dieser Tage sagte eine der „Zigeunerinnen“ zu ihr:

„Mädchen, Du wirst einmal 96 Jahre alt…“

 

Lieber Helmut, liebe Familie von Gertrud und alle, die sie vermissen,

wir, die Kirchencafé-ler, entlassen Euch nun behutsam aus unserer Mitte und bedanken uns für Euer Vertrauen und die Möglichkeit, Gertrud hier verabschieden zu dürfen. Die Liebe, mit der Ihr sie, besonders (auch) in den letzten vier Tagen begleitet habt, wird in dieser Welt bleiben und schwingen …

Wir sind in Gedanken bei Euch und umarmen Euch.

Der Klang der Glocken der Kirche in Hönningen, der ihr so vertraut war, möge sie auf ihrem Weg bis zu ihrer Verabschiedung aus dieser Welt am 19.06.2021, wie sie sie kennt, begleiten.

Ich glaube

dass niemand verloren geht

dass nichts umsonst ist

unser Suchen und Fragen

unsere vergeblichen Versuche und unsere Sternstunden

unser Streiten und Versöhnen

Freude und Schmerz

verpasste Gelegenheiten und

Heilige Augenblicke

zur rechten Zeit am rechten Ort

Es kommt der Moment

da DU uns entgegenkommst

uns auffängst und hältst

Niemand geht verloren

(Angela Boog)

 

„Meine Seele ist stille in dir“

gesungen von Enkelin Sabine Marienfeld / an der Orgel Monika Bojanowski

Hier geht es weiter, wie gewohnt, mit den virtuellen Morgenloben am 3. Sonntag des jeweiligen Monats, somit am 20.06.2021 und 18.07.2021, sowie spontanen Impulsen.

Zu unserer großen Freude können wir Euch mitteilen, dass das 

erste Morgenlob im Kirchencafé in Heckenbach vor Ort

für Sonntag, den 15.08.2021 um 9.30 Uhr

geplant ist!! Wir freuen uns riesig und hoffen, dass das klappen wird!!

Haltet Euch diesen Termin bitte frei. 

Wir möchten Euch unbedingt (wieder-) sehen und vor Ort begrüßen!!!

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

(M)eine Blüte für Gott (Fronleichnam)

„Jesus ist Brot, das lebt und Leben spendet. Wir lassen uns beschenken von oben, mit dem Brot vom Himmel.

Wie Jesus das Brot und den Kelch in die Hände nimmt, wird unser Leben in den Bereich Gottes gehoben.“

(Laacher Messbuch 2021)

„Wenn ER das Brot ist, das ich esse – dann bin ich auch eingeladen, seine Lieder zu singen – und das sind Lieder des Lebens!“, hat Andrea Schwarz einmal geschrieben.

Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott / Gitarre und Gesang: Ingrid Keppeler


1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen,
sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.


2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten,
voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten.


3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen,
sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.


4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen,
dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen.



Text: Eugen Eckert (1985) 1987
Melodie: Anders Ruuth (um 1968)
1984 »La paz del señor«
Evangelisches Gesangbuch 171

Liebe Kirchencafé-ler,

wir hatten einen Aufruf gestartet, Blüten zu schicken. Ihr seid diesem Aufruf in überwältigender Weise, farbenfroh und ideenreich gefolgt. Es ist eine große Freude!

Vielerorts gibt es an Fronleichnam die Tradition, Blütenteppiche zu legen. An diese Tradition haben wir mit der Idee angeknüpft. Wir möchten GOTT mit den Blüten aus seiner Schöpfung ehren.

Gleichzeitig möchten wir – wie schon im vergangenen Jahr an Fronleichnam – aber auch noch einmal aufzeigen, wie BUNT unsere Gemeinschaft im Kirchencafé (geworden) ist!

Erinnert Ihr Euch z.B. an den Liedbeitrag der „Kleine Maibaumgeschichten Teil 5“? 

Er hieß „Sie war ein jüdisches Mädchen“, gesungen hatte ihn Ingrid Keppeler. Wir hatten sie in unserem Beitrag verlinkt. Weil ich mich für den Text des Liedes interessiert hatte, nahm ich mit ihr Kontakt auf. Wir hatten einen sehr netten Austausch und letztendlich schickte sie uns – wie nett – noch zwei Liedbeiträge. Vielen Dank dafür, liebe Ingrid!

Außerdem wirken die Kinder des Kindergartens Wibbelstätz in Hönningen heute wieder mit.  „Wir haben uns im Internet Fronleichnamsteppiche angeschaut und die Kinder malten hinterher mit Wasserfarben ihren eigenen „Blütenteppich“.
An Fronleichnam schmücken wir in Hönningen damit den Fronleichnamsaltar.“, sagte uns Annemie Ulrich.

Allen Kindern ein großes Dankeschön, dass Ihr uns die tollen Bilder hier mit beigesteuert habt. Das ist wunderbar! Und wie toll, dass Eure Gesichter auch zu sehen sind. So wissen wir sogar, wer die schönen Blütenbilder gemalt hat.

Und dann wirkt IHR KIRCHENCAFÉ-LER natürlich alle mit!

Ein Blütenmeer hat uns erreicht!! WIR DANKEN EUCH von Herzen!!! 

Halleluja-Ruf / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld
Audio-Datei / Evangelium / gelesen von Anja Neißner
Halleluja-Ruf / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

 

Du Gott des Lebens, am Morgen weckt uns der Jubel der Vögel. Deine Schöpfung hat ein neues Kleid angelegt und

die Blumen spiegeln die Buntheit deiner Gnade.

Wir stimmen ein in das Lob deiner Treue trotz all der Risse in der Schönheit der Welt.

Wir verlassen uns auf dein Versprechen, nicht preiszugeben, was du geschaffen hast, sondern Himmel und Erde zu erneuern durch deine Lebensmacht. Gott, halte dein Wort und breite unter uns eine Hoffnung aus, die alle Müdigkeit und Verzweiflung vertreibt und die uns wach macht zu beherztem Handeln nach deinem Willen. 

(Sylvia Bukowski)

Was fällt mir in der Schöpfung besonders ins Auge? Worüber freue ich mich in der Natur besonders?

Wofür bin ich besonders dankbar? Wie bringe ich meine Dankbarkeit zum Ausdruck?

Nehme ich den Geschenkcharakter des Lebens wahr? Sehe ich die Natur als bloße „Umwelt“ oder die Schöpfung als „Mitwelt“, in der ich mit allem Geschaffenen geschwisterlich verbunden bin?

Was brauche ich wirklich für ein gutes Leben? Wo kann ich auf etwas verzichten, um einen einfacheren, weniger konsumorientierten Lebensstil zu führen?

Welche meiner Gaben und Talente kann ich einbringen zur Bewahrung der Schöpfung? Welche Aktionen kann ich unterstützen?

Wem würde ich gerne einmal sagen, wie sehr ich ihn/sie schätze?

Vater unser, Gott, Schöpfer der Welt und aller Dinge, Liebhaber des Lebens und Freund der Menschen, dein Atem belebt und beseelt alles, was ist.

Dein Name werde geheiligt durch alles, was lebt. Dein Reich verwirkliche sich in allem, was geschieht. Dein Wille werde spürbar in unserem Handeln.

Tägliches Brot schenke allen Menschen von unserer Mutter Erde. Vergib uns unsere Schuld, deine Schöpfung auszubeuten, in dem Maße, in dem wir bereit sind, umzukehren und unseren Lebensstil zu verändern.

Und führe uns in der Versuchung, uns selbst als Schöpfer aufzuspielen, sondern lass uns unsere Geschöpflichkeit annehmen.

Denn Dein ist die Zukunft, alle Energie und Vollkommenheit, heute und bis sich unser Leben vollendet in dir.

Gott, Liebhaber alles Bunten und der Vielfalt, schenke uns deinen Segen für Sonne und Regen, für alles, was lebt, für uns Menschen.

Gott, Liebhaber alles Bunten und der Vielfalt, segne uns, du Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Liebe Kirchencafé-ler,

bei den Vorbereitungen zu diesem Impuls fiel mir ein, dass wir im letzten Jahr an dieser Stelle eine (wahre) Geschichte von Wilfried Freischem stehen hatten.

Ich finde sie auch in diesem Jahr wieder so passend zu unserem Farbgewitter, dass ich sie gerne noch einmal als Abschluss nehmen möchte. Die von Euch, die sich daran erinnern, lesen sie sicher gerne noch einmal und die, die sie aus welchen Gründen auch immer, noch nicht kennen, mögen sie sicher auch, denn es tut immer wieder gut, wenn man sich im Leben mit bunten Vögeln umgibt!

Der bunte Vogel

(von Wilfried Freischem)

Eine kleine Stadt im Osten Deutschlands. Sieht man genau hin, hat dieser kleine Ort nur eine Straße, ein paar wenige Seitenwege zweigen von ihr ab. Die heißen dann Ernst-Thälmann-Straße oder Rosa-Luxemburg Weg, verlaufen sich aber alle schon nach wenigen Metern in Wiesen oder Feldern.

Es ist die Zeit, in der Bundeskanzler Helmut Kohl unseren Ostdeutschen Schwestern und Brüdern bunte und blühende Landschaften verspricht.

Grau in grau reihen sich die bröseligen, vom Verfall bedrohten, Häuser der „Straße der Freundschaft,“ die auch gleichzeitig Geschäftsstraße ist, von einem Irgendwoher ins nächste Irgendwohin.

Mal ist es ein Bäckerladen, dann eine Metzgerei oder eine Eisenwarenhandlung, die dieser Tristesse eine Ahnung von Leben gibt.

Aus dem Abgasdunst eines, über die noch aus Kaisers Zeiten kopfsteingepflasterten Straße, holpernden Trabis, kommt mir ein Mann, barfüßig, in einen schneeweißen Umhang gehüllt, der sich später als altgedientes Bettlaken heraus stellt, lachend entgegen.

Vor dem Schaufenster eines Friseursalons, an dessen Eingangstür noch der silberne Teller, das Zunftzeichen der Barbiere flattert, bleibt er vor mir stehen und meint ohne jede Umschweife:

„ Die Leinwand habe ich schon geschenkt bekommen“

und lässt, wie zur Bestätigung seiner Worte, seinen Umhang im Wind der zugigen Straße flattern. „ Fehlt mir nur noch das Geld für die Farbe, ich will doch unsere Stadt etwas bunter machen“ meint mein barfüßiger Gesprächspartner und reibt lachend Daumen und Zeigefinger aneinander.  „Haben sie mal?“, fragt er mich dann noch.

 Schon will ich kopfschüttelnd weiter gehen, da höre ich hinter der dünnen Schaufensterscheibe des Salons lautes Lachen. Eine Haarkünstlerin, mit einem Kamm in der einen und einer Schere in der anderen Hand, wedelt mit beiden Armen vor ihrem Kopf und zeigt mit einem noch freien Finger, den Vogel an ihre Schläfe. Eine, in die Jahre geratene Frau, mit in Stanniol gewickelten Locken, schaut neugierig aus einer resedafarbenen Trockenhaube heraus, so, wie der Kauz aus seiner Baumhöhle, und wackelt, wie zur Bestätigung, mit ihrer silbernen Lockenpracht.

Offensichtlich lachen die beiden über den Mann, warum?

Weil er den Mut hat anders zu sein? Sind sie neidisch? Neidisch, dass da einer ist, der auf seine Art glücklich ist? Warum gönnt man ihm nicht sein Glück? Dabei will er doch nur etwas Farbe in ihre triste Welt bringen.

Schließlich habe ich ihm die Farben doch gesponsert, mit der Bitte, sein Kunstwerk, denn ein Künstler war er ja ohne Zweifel, ansehen zu können. Wir haben uns für den nächsten Tag Punkt 12 vor der Kirche verabredet.

Am anderen Tag: Die offenhörig nicht mehr ganz neue Turmglocke hat gerade den zwölften Schlag hinter sich gescheppert, da kommt er um die Kirchenecke, nicht gegangen, geschritten, ja schwebend, mir verschlägt es die Sprache.

Was da auf mich zukommt ist wie ein bunter Geist, ist Farbe, ist Licht, ein lebendes Bunt aus Glück und Lebensfreude, Kunst. 

Die wenigen Menschen  auf dieser langweiligen und tristen Straße der Freundschaft, drehen sich nach ihm um, wollen ihn anfassen, lachen und sind auch glücklich.

Ein bunter Vogel eben.

(von Wilfried Freischem)

Von guten Mächten / Gitarre und Gesang: Ingrid Keppeler

Und nun schaut mal: unsere Küsterin Melanie Welter hat aus allen unseren Blüten einen

Miniatur- Blütenteppich vor dem Kirchentor in Niederheckenbach

gezaubert… Vielen Dank, Melanie, für die Liebe, die Du für uns und GOTT hineingesteckt hast. Das ist wunderschön und natürlich wieder einen Besuch wert!

Vielen Dank an Euch alle!

(Die Anordnung der Blüten-Fotos erfolgte übrigens zu 90 % nach dem Zufallsprinzip! Wir haben jede mit großer Freude zur Ehre Gottes gepflückt!)

Hier geht es weiter mit spontanen Impulsen und einem festen Termin, nämlich dem Morgenlob am 

Sonntag, den 20.06.2021 ab 9.30 Uhr

Herzliche Grüße

wir wünschen Euch einen farbenberauschten Feiertag!

Für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Kleine Mai(baum)Geschichte(n) Teil 5

Heilig, Heilig / Gesang: Singkreis Kaltenborn unter Leitung und musikalischer Begleitung von Silvia Groß an Pfingsten / eingesandt von Marion Marienfeld

Liebe Kirchencafé-ler,

wir begrüßen Euch ganz herzlich zu den „Kleine(n) Mai(baum)Geschichten“.

Es ist wieder ganz wunderbar, mit was für einer Fülle an verschiedenen Beiträgen Ihr Euch alle hier füreinander eingebracht habt; diese Beiträge waren so zahlreich, dass wir heute schon Teil 5 – und damit den letzten Teil – bestücken können. 

Das passt gut – die Zahl 5 steht auch für den Mai und zugleich zeigt der Mai am kommenden Montag seinen letzten Tag im Kalender an.

Heute möchten wir mit einem Beitrag von Gisela Schopp beginnen. Sie bringt uns noch einmal in Erinnerung, dass der Monat Mai ja auch der „Marienmonat“ genannt wird, als sie uns schrieb:

„Diese Bodenbilder sind bei einer religionspädagogischen Einheit zum Thema „Maria“ in der „Levana-Schule“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die ihre Förderschwerpunkte in der ganzheitlichen und motorischen Entwicklung hat, entstanden.

Drei Mädchen mit geistiger Behinderung (11 u. 12 Jahre) haben die Bodenbilder nach ihren individuellen Vorstellungen mit Kett-Material gestaltet.“

„Für mich spiegeln sich hier drei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten im Umgang mit diesem Thema wider.“, schreibt Gisela.

Und weiter: „Ich war so begeistert, dass ich es gerne mit anderen teilen möchte.“

Liebe Gisela, wie schön, dass Du dabei an uns Kirchencafé-ler gedacht hast!!

Vielen Dank!

 

Den folgenden Text hat Katharina Barth-Duran vor Pfingsten geschrieben. Er ist mit Blick auf die aktuelle Situation der Kirche bei ihr entstanden. 

„Trümmerfrauen von heute“

hat Katharina ihn genannt.

„Trümmerfrauen von heute“ / Text: Katharina Barth-Duran / gesprochen von Anja Neißner

Auf dem folgenden Foto seht Ihr auch einmal, wie Katharina aussieht. Sie öffnet hier zur Pfingstzeit zusammen mit ihrer Kollegin Tamara weit die Tore der Kirche St. Martinus in Schwaigern. Die beiden lassen frische Luft herein!

 

Wilfried Freischem hat uns zum Abschluss der

„Kleine Mai(baum)Geschichte(n)“

eine erdachte Geschichte geschrieben, in der so einige Eindrücke auftauchen, die vielen von uns aus der Zeit hier im virtuellen Kirchencafé bekannt vorkommen könnten:

Der kleine Maibaum

(von Wilfried Freischem)

Es ist Mai und jung noch der Tag.

Vor dem offenen Stubenfenster des kleinen Landhauses schmückt sich eine Amsel in der Blütenpracht eines Kirschbaums und trällert seiner Liebsten, die wohl in der Nähe ihrem Brutgeschäft nachgeht, aus gelbem Schnabel, die schönsten Amselarien, Melodien, die dem Vogel wohl nur zur Maienzeit in den Sinn kommen.


In der Stube, an einem blank gescheuerten Tisch sitzt eine Frau über deren hübsches Gesicht der rötliche Widerschein einer kleinen flackernden Kerze huscht und zuckt.

Frisch angezündet muss sich der kleine Wachsling mit seiner zarten Seele, dem Docht ins Helle, ins Licht kämpfen. So, wie ein kleines Kind, das Laufen lernt, von Fall zu Fall. Mal glimmt nur noch die Dochtspitze und dann lodert ihr Feuer doch wieder wie glühendes
Magma zum Himmel. Und das ist gut so, soll doch ihr Licht brennen für den Glauben, für ein Gebet, wo Worte versagen, um Hilfe bitten.


In Gedanken versunken dreht die Frau den schlichten Kerzenhalter, der vor Jahr und Tag einmal als Birke gewachsen ist, spürt die samtig weiße Rinde. Ein leises Kichern perlt über ihre Lippen und sie versinkt im Paradies schöner Erinnerungen.

Video: Anja Neißner


Es ist der letzte Tag im April, da ist ein junger Mann, der geht da oben in irgend einem Waldwinkel von einem Birkenbäumchen zum nächsten, umfasst jedes mit seiner kräftigen Hand, schaut hoch und meint, „nein, du bist mir zu krumm gewachsen“, an einem anderen hat sich die Wildsau ihre Schwarte gerieben und bei dem nächsten hat schon irgend ein Amor sein pfeildurchbohrtes Herz eingeritzt. Dann aber kommt er an ein Bäumchen, leuchtend weiß, zart flirren schon die jungen Blätter in lichtem frühlingsgrün, und gerade gewachsen ist es auch. „Du bist hübsch“, meint der junge Mann zu dem zarten Geschöpf, „du passt zu meiner Liebe, ich nehme dich mit“, und nimmt es mit.


Zuerst ist das kleine Birkchen erschrocken, auch das geringste Bäumchen zieht ja nicht gerne um. Als es aber von Bändern gehalten und bunten Streifen über und über geschmückt ist, legt es doch vor lauter Stolz sein schimmerndstes Weiß auf seine Rinde. „Jetzt bin ich ein Maibäumchen, jeder, der an mir vorbeigeht, streichelt meine Rinde und bewundert die, in
der Maienluft flatternden, bunten Bänder.“

Da sind die grünen Bänder für neues, für junges Leben, die Gelben für Licht, Heiterkeit und Optimismus, dann die Blauen, sie flattern für Hoffnung und Zuversicht. Ganz besonders viele Rote leuchten da in der Frühlingssonne, die Farbe der Leidenschaft und der Liebe.

Die Frau an dem blank gescheuerten Tisch streicht immer noch zärtlich über die so weiß schimmernde Rinde des kleinen Kerzenhalters und lächelt in der Erinnerung an die vielen roten Bänder.


Der Mai hat ja schon einunddreißig Tage, aber auch der schönste Mai hat einmal sein Ende. Die Sonne hat sich über die Zeit die eine oder andere Farbe aus den Bändern genommen und auch der Regen hat sich seinen Teil geholt.

Den Maibaum jetzt zersägen, in Stücke hacken?

Nein, in der Erinnerung schüttelt sie jetzt noch, mehr unbewusst, aber energisch, ihren Kopf.

Dann wurden aus diesem Maibäumchen kleine schöne Kerzenhalter
gedreht, für Kerzen, die beten, die bitten, aber auch danken sollen.


So nach und nach kommt die Frau aus ihren Erinnerungen wieder ins Jetzt.

„Heute würde ich vielleicht auch noch Könige aus dem schönen Holz schnitzen“, murmelt sie leise vor sich hin. „Oder Königinnen. Oh ja, Maiköniginnen und weiß anpinseln brauchte man die ja noch nicht mal. Wie ein Umhang aus edlem Hermelin ist doch die samtweiße Rinde mit ihren kleinen schwarzen Tupfen und zarten Bändern.“

Wir danken Euch von Herzen für die liebevollen Mai-Beiträge!

Nun aber noch etwas anderes…

Erinnert Ihr Euch noch an das letzte Jahr? An Fronleichnam? 🙂

Wir hatten doch diesen wunderbaren, virtuellen Blütenteppich aus Euren eingesandten Lieblings-Blüten-Fotos entstehen lassen. Wollen wir das nicht noch mal machen?

Ich fände das sehr schön!

Nächste Woche, am Donnerstag, den 03.06.2021, ist wieder Fronleichnam.

Bitte sendet mir doch wieder ein Foto Eurer Lieblingsblüte

per whatsApp, SMS oder Mail 

bis Sonntag, den 30. Mai 2021 zu!

Dann können wir an Fronleichnam wieder einen besonderen Impuls mit einem tollen, individuellen Blütenteppich entstehen lassen!

Wir können Gott wieder mit seiner eigenen Schöpfung ehren:

(M)eine Blüte für Gott!

Hier findet Ihr die Kontaktdaten zum Senden Eurer Fotos

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Kleine Mai(baum)Geschichte(n) Teil 4

Liebe Kirchencafé-ler!

Heute folgt Teil 4 der wunderbaren kleinen Mai(baum)Geschichten, die von Euch eingesandt wurden. Vielen, vielen Dank dafür!

Hier könnt Ihr Euch, wenn Ihr mögt, eine kleine Hintergrundmusik zum Lesen der Beiträge starten. Es ist meine Lieblingsfassung des Liedes „Atme in uns, Heiliger Geist“. Das lange Intro finde ich einfach wunderbar. Es ist Atem, Windhauch, Feuer pur – PFINGSTEN!

Und nun schaut, was die Kirchencafé-ler wieder auf unseren Aufruf hin, für uns alle geschickt haben, um uns daran teilhaben zu lassen:

Das vorstehende Foto und das Nachfolgende hat uns jeweils Monika Schlich geschickt.

Sie hat diese Obstbaum-Wiese in Oberdürenbach entdeckt, wo alle Obstbäumchen als Mai-Bäume geschmückt waren. Ist das nicht nett?!

Sie berichtete auch noch, dass sogar die Obstbäumchenallee rechts und links am Ortseingang von Oberdürenbach so geschmückt war, leider hatte sie davon kein Foto gemacht.

Pia Sonntag hat uns Folgendes geschrieben:

Am Morgen des 01. Mai 2020 gab es für mich eine ganz besondere Überraschung:

Mein erster Mai-Baum seit 57 Jahren 🙂

Was eine Freude!

Martin hatte es heimlich geschafft, dieses Bäumchen zu platzieren.

Diesem Bäumchen folgte kurze Zeit später ein Heiratsantrag und ein „Ja“!

Spätes Glück!!

(Wir freuen uns sehr mit Euch!!!)

Ende Mai 2020 suchten und fanden wir ein schönes Plätzchen, das dem Baum ein Weiterleben sichern sollte!

Ein heißer Sommer, viele Kannen Wasser hingeschleppt, ein doch recht kalter Winter und: er hat es geschafft!!

Er zeigte sich am 01. Mai diesen Jahres in neuer grüner Pracht.

Auch Julia hat Maibäume für uns entdeckt und sie auf Fotos festgehalten. Ihre Gedanken, die sie sich dazu gemacht hat, möchte sie nachfolgend mit uns teilen:

„Eine Tradition der Wertschätzung:

Was sonst in der Dunkelheit im Geheimen geschieht, ist dieses Jahr durch die Ausgangssperre schon am Vorabend in Bonn sichtbares Zeichen von Zuneigung gewesen. Mehr als ein Liebesbrief – oder elektronisch übermittelte Kurznachricht – ist ein Maibaum für alle sichtbar.

Kein Monopol, die Idee scheint nicht mehr nur Verliebten zu gelten, da auch für Nachbarn, Väter und Freunde beschriftete Bäumchen zu finden sind – allen gemeinsam – das Ziel: Freude zu verbreiten.

Tiefe Freude will uns auch Gott schenken und durch uns wirkend, diese verbreiten und Kreise ziehen lassen.

Wie die bunten Bänder am Maibaum sich durch den Wind tragen lassen, so sind auch wir getragen und geborgen. Gerade bei großen Maibäumen, die weit oben viel Wind abbekommen, ist am Ende des Monats oft ein großes Wirrwarr in den Bändern entstanden. Der Wind hat sie umeinander gewickelt und miteinander verbunden – wie Gott auch unsere Lebenswege verbindet. Gerade jetzt, da im Alltag noch immer, notwendigerweise mehr Abstand als Nähe spürbar ist, erfreut es die Seele zu wissen, dass über den allumfassenden Schöpfer dennoch Verbindung immer möglich ist.“

Weiter schreibt Julia:

Es war mehr als Wind: Tief „Eugen“ hatte mit heftigen Sturmböen Anfang Mai teils gefährliche Schäden in Deutschland verursacht.

Wolkenformationen beeindruckten den Blick und herumwehende Kleinteile flogen in die Augen – als der Maibaum aus der Ferne sichtbar wurde.

Gestützt an der Laterne und doch scheinbar aus dem Boden erwachsen – als Verbindung hinauf – die hellgrünen Blätter leutende Hoffnungszeichen – geschmückt mit viefältigen Farbbändern.

Das eine Band, das symbolisch gen Himmel zeigte, war rot – ganz oben am Maibaum – ein kurzer Hinweis im Alltag auf das, was uns umgibt. Die Nähe Gottes zu spüren ist ein Geschenk, das vielfältige Formen haben kann – möge auch der kommende Monat viele Möglichkeiten zur Offenheit dafür bereit halten.      (Julia Gerono)

„Alle Menschen haben Zugang zu Gott, aber jeder einen anderen.“ – Martin Buber

Auch Annemie und Reinhard Klafke haben etwas im schönen Mai entdeckt und es für uns fotografiert. Für mich sieht es aus, wie wahre Kunst aus der Natur.

Eurer Fantasie, was Ihr darin seht, sind keine Grenzen gesetzt.

Sie schrieben uns dazu:

„Beim Pflücken der diesjährigen Maikräuter ist uns dieser Douglasienstumpf aufgefallen. Schon toll, wie sich die Äste um den Stamm verteilt haben.“

Allen lieben Einsendern ein riesiges Dankeschön!!!

Pfingsten – Segensbitte / gesprochen von Anja Neißner

Wir wünschen Euch allen von Herzen ein gesegnetes Pfingstfest!

Hier geht es weiter in der kommenden Woche mit dem 5. und letzten Teil Eurer Mai(baum)Geschichte(n).

Herzliche Grüße

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner

Atme in uns, Heiliger Geist / Orgel: Monika Bojanowski / Gesang: Sabine Marienfeld