(M)eine Blüte für Gott (Fronleichnam)

„Jesus ist Brot, das lebt und Leben spendet. Wir lassen uns beschenken von oben, mit dem Brot vom Himmel.

Wie Jesus das Brot und den Kelch in die Hände nimmt, wird unser Leben in den Bereich Gottes gehoben.“

(Laacher Messbuch 2021)

„Wenn ER das Brot ist, das ich esse – dann bin ich auch eingeladen, seine Lieder zu singen – und das sind Lieder des Lebens!“, hat Andrea Schwarz einmal geschrieben.

Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott / Gitarre und Gesang: Ingrid Keppeler


1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen,
sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.


2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns in allem Leiden.
Voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten,
voll Wärme und Licht im Angesicht,
sei nahe in schweren Zeiten.


3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen,
sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.


4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
sei mit uns durch deinen Segen.
Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen,
dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,
sei um uns auf unsern Wegen.



Text: Eugen Eckert (1985) 1987
Melodie: Anders Ruuth (um 1968)
1984 »La paz del señor«
Evangelisches Gesangbuch 171

Liebe Kirchencafé-ler,

wir hatten einen Aufruf gestartet, Blüten zu schicken. Ihr seid diesem Aufruf in überwältigender Weise, farbenfroh und ideenreich gefolgt. Es ist eine große Freude!

Vielerorts gibt es an Fronleichnam die Tradition, Blütenteppiche zu legen. An diese Tradition haben wir mit der Idee angeknüpft. Wir möchten GOTT mit den Blüten aus seiner Schöpfung ehren.

Gleichzeitig möchten wir – wie schon im vergangenen Jahr an Fronleichnam – aber auch noch einmal aufzeigen, wie BUNT unsere Gemeinschaft im Kirchencafé (geworden) ist!

Erinnert Ihr Euch z.B. an den Liedbeitrag der „Kleine Maibaumgeschichten Teil 5“? 

Er hieß „Sie war ein jüdisches Mädchen“, gesungen hatte ihn Ingrid Keppeler. Wir hatten sie in unserem Beitrag verlinkt. Weil ich mich für den Text des Liedes interessiert hatte, nahm ich mit ihr Kontakt auf. Wir hatten einen sehr netten Austausch und letztendlich schickte sie uns – wie nett – noch zwei Liedbeiträge. Vielen Dank dafür, liebe Ingrid!

Außerdem wirken die Kinder des Kindergartens Wibbelstätz in Hönningen heute wieder mit.  „Wir haben uns im Internet Fronleichnamsteppiche angeschaut und die Kinder malten hinterher mit Wasserfarben ihren eigenen „Blütenteppich“.
An Fronleichnam schmücken wir in Hönningen damit den Fronleichnamsaltar.“, sagte uns Annemie Ulrich.

Allen Kindern ein großes Dankeschön, dass Ihr uns die tollen Bilder hier mit beigesteuert habt. Das ist wunderbar! Und wie toll, dass Eure Gesichter auch zu sehen sind. So wissen wir sogar, wer die schönen Blütenbilder gemalt hat.

Und dann wirkt IHR KIRCHENCAFÉ-LER natürlich alle mit!

Ein Blütenmeer hat uns erreicht!! WIR DANKEN EUCH von Herzen!!! 

Halleluja-Ruf / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld
Audio-Datei / Evangelium / gelesen von Anja Neißner
Halleluja-Ruf / Orgel Monika Bojanowski / Gesang Sabine Marienfeld

 

Du Gott des Lebens, am Morgen weckt uns der Jubel der Vögel. Deine Schöpfung hat ein neues Kleid angelegt und

die Blumen spiegeln die Buntheit deiner Gnade.

Wir stimmen ein in das Lob deiner Treue trotz all der Risse in der Schönheit der Welt.

Wir verlassen uns auf dein Versprechen, nicht preiszugeben, was du geschaffen hast, sondern Himmel und Erde zu erneuern durch deine Lebensmacht. Gott, halte dein Wort und breite unter uns eine Hoffnung aus, die alle Müdigkeit und Verzweiflung vertreibt und die uns wach macht zu beherztem Handeln nach deinem Willen. 

(Sylvia Bukowski)

Was fällt mir in der Schöpfung besonders ins Auge? Worüber freue ich mich in der Natur besonders?

Wofür bin ich besonders dankbar? Wie bringe ich meine Dankbarkeit zum Ausdruck?

Nehme ich den Geschenkcharakter des Lebens wahr? Sehe ich die Natur als bloße „Umwelt“ oder die Schöpfung als „Mitwelt“, in der ich mit allem Geschaffenen geschwisterlich verbunden bin?

Was brauche ich wirklich für ein gutes Leben? Wo kann ich auf etwas verzichten, um einen einfacheren, weniger konsumorientierten Lebensstil zu führen?

Welche meiner Gaben und Talente kann ich einbringen zur Bewahrung der Schöpfung? Welche Aktionen kann ich unterstützen?

Wem würde ich gerne einmal sagen, wie sehr ich ihn/sie schätze?

Vater unser, Gott, Schöpfer der Welt und aller Dinge, Liebhaber des Lebens und Freund der Menschen, dein Atem belebt und beseelt alles, was ist.

Dein Name werde geheiligt durch alles, was lebt. Dein Reich verwirkliche sich in allem, was geschieht. Dein Wille werde spürbar in unserem Handeln.

Tägliches Brot schenke allen Menschen von unserer Mutter Erde. Vergib uns unsere Schuld, deine Schöpfung auszubeuten, in dem Maße, in dem wir bereit sind, umzukehren und unseren Lebensstil zu verändern.

Und führe uns in der Versuchung, uns selbst als Schöpfer aufzuspielen, sondern lass uns unsere Geschöpflichkeit annehmen.

Denn Dein ist die Zukunft, alle Energie und Vollkommenheit, heute und bis sich unser Leben vollendet in dir.

Gott, Liebhaber alles Bunten und der Vielfalt, schenke uns deinen Segen für Sonne und Regen, für alles, was lebt, für uns Menschen.

Gott, Liebhaber alles Bunten und der Vielfalt, segne uns, du Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Liebe Kirchencafé-ler,

bei den Vorbereitungen zu diesem Impuls fiel mir ein, dass wir im letzten Jahr an dieser Stelle eine (wahre) Geschichte von Wilfried Freischem stehen hatten.

Ich finde sie auch in diesem Jahr wieder so passend zu unserem Farbgewitter, dass ich sie gerne noch einmal als Abschluss nehmen möchte. Die von Euch, die sich daran erinnern, lesen sie sicher gerne noch einmal und die, die sie aus welchen Gründen auch immer, noch nicht kennen, mögen sie sicher auch, denn es tut immer wieder gut, wenn man sich im Leben mit bunten Vögeln umgibt!

Der bunte Vogel

(von Wilfried Freischem)

Eine kleine Stadt im Osten Deutschlands. Sieht man genau hin, hat dieser kleine Ort nur eine Straße, ein paar wenige Seitenwege zweigen von ihr ab. Die heißen dann Ernst-Thälmann-Straße oder Rosa-Luxemburg Weg, verlaufen sich aber alle schon nach wenigen Metern in Wiesen oder Feldern.

Es ist die Zeit, in der Bundeskanzler Helmut Kohl unseren Ostdeutschen Schwestern und Brüdern bunte und blühende Landschaften verspricht.

Grau in grau reihen sich die bröseligen, vom Verfall bedrohten, Häuser der „Straße der Freundschaft,“ die auch gleichzeitig Geschäftsstraße ist, von einem Irgendwoher ins nächste Irgendwohin.

Mal ist es ein Bäckerladen, dann eine Metzgerei oder eine Eisenwarenhandlung, die dieser Tristesse eine Ahnung von Leben gibt.

Aus dem Abgasdunst eines, über die noch aus Kaisers Zeiten kopfsteingepflasterten Straße, holpernden Trabis, kommt mir ein Mann, barfüßig, in einen schneeweißen Umhang gehüllt, der sich später als altgedientes Bettlaken heraus stellt, lachend entgegen.

Vor dem Schaufenster eines Friseursalons, an dessen Eingangstür noch der silberne Teller, das Zunftzeichen der Barbiere flattert, bleibt er vor mir stehen und meint ohne jede Umschweife:

„ Die Leinwand habe ich schon geschenkt bekommen“

und lässt, wie zur Bestätigung seiner Worte, seinen Umhang im Wind der zugigen Straße flattern. „ Fehlt mir nur noch das Geld für die Farbe, ich will doch unsere Stadt etwas bunter machen“ meint mein barfüßiger Gesprächspartner und reibt lachend Daumen und Zeigefinger aneinander.  „Haben sie mal?“, fragt er mich dann noch.

 Schon will ich kopfschüttelnd weiter gehen, da höre ich hinter der dünnen Schaufensterscheibe des Salons lautes Lachen. Eine Haarkünstlerin, mit einem Kamm in der einen und einer Schere in der anderen Hand, wedelt mit beiden Armen vor ihrem Kopf und zeigt mit einem noch freien Finger, den Vogel an ihre Schläfe. Eine, in die Jahre geratene Frau, mit in Stanniol gewickelten Locken, schaut neugierig aus einer resedafarbenen Trockenhaube heraus, so, wie der Kauz aus seiner Baumhöhle, und wackelt, wie zur Bestätigung, mit ihrer silbernen Lockenpracht.

Offensichtlich lachen die beiden über den Mann, warum?

Weil er den Mut hat anders zu sein? Sind sie neidisch? Neidisch, dass da einer ist, der auf seine Art glücklich ist? Warum gönnt man ihm nicht sein Glück? Dabei will er doch nur etwas Farbe in ihre triste Welt bringen.

Schließlich habe ich ihm die Farben doch gesponsert, mit der Bitte, sein Kunstwerk, denn ein Künstler war er ja ohne Zweifel, ansehen zu können. Wir haben uns für den nächsten Tag Punkt 12 vor der Kirche verabredet.

Am anderen Tag: Die offenhörig nicht mehr ganz neue Turmglocke hat gerade den zwölften Schlag hinter sich gescheppert, da kommt er um die Kirchenecke, nicht gegangen, geschritten, ja schwebend, mir verschlägt es die Sprache.

Was da auf mich zukommt ist wie ein bunter Geist, ist Farbe, ist Licht, ein lebendes Bunt aus Glück und Lebensfreude, Kunst. 

Die wenigen Menschen  auf dieser langweiligen und tristen Straße der Freundschaft, drehen sich nach ihm um, wollen ihn anfassen, lachen und sind auch glücklich.

Ein bunter Vogel eben.

(von Wilfried Freischem)

Von guten Mächten / Gitarre und Gesang: Ingrid Keppeler

Und nun schaut mal: unsere Küsterin Melanie Welter hat aus allen unseren Blüten einen

Miniatur- Blütenteppich vor dem Kirchentor in Niederheckenbach

gezaubert… Vielen Dank, Melanie, für die Liebe, die Du für uns und GOTT hineingesteckt hast. Das ist wunderschön und natürlich wieder einen Besuch wert!

Vielen Dank an Euch alle!

(Die Anordnung der Blüten-Fotos erfolgte übrigens zu 90 % nach dem Zufallsprinzip! Wir haben jede mit großer Freude zur Ehre Gottes gepflückt!)

Hier geht es weiter mit spontanen Impulsen und einem festen Termin, nämlich dem Morgenlob am 

Sonntag, den 20.06.2021 ab 9.30 Uhr

Herzliche Grüße

wir wünschen Euch einen farbenberauschten Feiertag!

Für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner