Unterwegs-Tür(chen) 5.Jan.

Meditative Einstimmung

gesprochen von Anja Neißner

BEITRAG

in Tür(chen) 5 des neuen Jahres:

Heiligabend 2020
Auszug aus einer Predigt von Katharina Barth-Duran
Pastoralreferentin, katholische Kirche Eppingen

Ach Oma, sagen meine Enkelkinder oft. Ach Oma, du mit deinem Gott! Warum soll ich denn sonntags in den Gottesdienst gehen, der Papa geht doch auch nicht?
Ach Oma, du sagst Gott kommt zu uns, ganz nah.
Aber wo ist er denn in unserer Welt heute noch ganz nah?
Wo ist er wenn so viele Kinder in Afrika verhungern?
Wo ist Gott, wenn in Syrien jahrelang ein schlimmer Krieg herrscht, so viele Tote und alles in Schutt und Asche?
Wo ist Gott, wenn dieser Corona-Virus die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt, krank macht, sterben lässt, die Läden schließen müssen, viele nicht mehr genug zum
Leben verdienen und die Kinder nicht mehr in die Schulen,
Kitas und Kindergärten können. Wo ist da unser Gott?


(…) auch ich habe keine schnelle Antwort auf diese großen, ernsten Fragen, die wir zu Recht stellen können, vielleicht gerade an diesem Heiligen Abend.
Ich weiß nur, auch von mir selber, dass wir Menschen
ziemlich gut darin sind, die Schuld auf andere zu schieben.
Gott bietet sich da ja sozusagen an.

Aber macht Gott die Kriege?
Lässt Gott den Streit oder die Trennung in unseren Familien
entstehen? Und dieser seltsame kleine Virus?

Hat Gott den losgeschickt?
Nun, es wurde festgestellt, dass er auf einem Viehmarkt im
chinesischen Wuhan zuerst aufgetaucht ist, wo auch
lebende, wilde Tiere, jämmerlich gehalten und zum Schlachten verkauft werden.
Ja, meinen wir Menschen denn,
wenn wir Tiere quälen, die Natur ausbeuten, die Luft
verseuchen und unser Plastikmüll im Trinkwasser auftaucht, dass wir in so einer Welt gesund bleiben können?

Alle und alles hängt doch zusammen!

Das sind ernste Worte. Aber es ist auch keine zuckersüße Weihnacht in diesem Jahr. Ja, Gott hat uns diese Erde anvertraut. Und mit Jesus wollte er uns einen Heiland und
Retter schicken. Aber das Kind in der Krippe ist auf unsere
Hilfe und Unterstützung angewiesen.

Es sagt uns: Ihr seid meine Hände, um meine Arbeit in dieser Welt zu tun. Ihr seid meine Füße, um zu den Menschen zu gehen. Euer Leben ist oft die einzige Bibel, die
Menschen heute noch kennen und lesen.
Wir selbst sind es, die den anderen einen nahen Gott zeigen
können. Das können auch schon Kinder und Jugendliche.
(…)
Den eigenen Glauben weiterzusagen, ihn hinaus auf die
Straßen und Plätze unseres Dorfes zu tragen. Gerade jetzt, wo sich so viele Menschen voller Angst, allein und einsam in ihren Häusern einschließen.

Das sehe ich fast als ein Gebot der Stunde.

Denn so etwas hat mit der Fantasie der Liebe zu tun. Und wo die Liebe ist, da gibt es Vorsicht und Rücksicht, aber keine Panik oder übergroße Furcht. Und deshalb ist es auch
wichtig, dass wir alle, auch Ihr Kinder mit euren Familien, gerade in Corona-Zeiten ganz fantasievolle neue Wege
sucht, unseren Glauben sichtbar und offen zu leben. Denn
wo soll sonst unsere Hoffnung und Zuversicht auf eine gute
Zukunft herkommen?
Bleiben wir auf dieser Spur der Fantasie der Liebe. Denn wo
die Liebe ist, da ist unser Gott ganz, ganz nah. Und genau
dann wird für uns und alle wirklich Weih-Nacht!

Krippenimpressionen

Gestaltung: Annemie Ulrich / Fotos: Kristina Rosenbaum

Die Weisen folgen immer noch dem Stern… 

Gisela Schopp und Annemie Ulrich sind im folgenden Liedbeitrag heute die Stimme der Kinder:

„Wir klopfen an eure Tür“

Morgen hören wir dann die Kinder selbst sprechen und singen.

Wir klopfen an eure Tür / Gitarre/ Ukulele/ Gesang: Gisela Schopp und Annemie Ulrich

Unterwegs

Bis zum 6. Januar (Heilige Drei Könige) öffnen wir hier weiterhin jeden Tag ein Tür(chen)

und enden am 7. Januar mit einem Schlusswort.