Sonntag, 30.08.2020 MORGENLOB

Die Anna-Kapelle in Beilstein ruft uns heute zum Morgenlob

Dreiundzwanzigstes

gemeinsames Morgen- (Abend-/Allzeit-) Lob

in Zeiten von Corona

in unserem virtuellen Kirchencafé

Gott, wir sind da. Wir loben Dich. Gott, Du bist da.

Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns wie die Luft, die wir atmen, ohne die wir nicht leben können.

Wir haben uns zum Gebet versammelt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir begrüßen Euch alle zu diesem Lob Gottes!

Ihr habt es schon gehört – heute hat nicht die Glocke der Kirche in Niederheckenbach geläutet, sondern die Glocke der St. Anna-Kapelle im Heckenbacher Ortsteil Beilstein.

Am 27.08.2020 ist

Frau Gudrun Rössler aus Bad Bodendorf

gestorben, die viele Jahre hier in Beilstein mit ihrer Familie in ihr Wochenendhaus kam, in dem inzwischen ihr Enkel wohnt.

Wir möchten heute hier an Sie denken.

Ihre Familie hat eine Kerze für sie entzündet. Im Hintergrund sehen wir ein Engelbild, denn sie liebte Engel sehr und schien auch eine Verbindung zu ihnen zu haben.

Am 10.11.2020 wäre Gudrun Rössler 90 Jahre alt geworden. Die Klänge der Glocke aus Beilstein, die ihr vertraut sind, mögen sie auf ihrem Weg aus dieser Welt, wie wir sie kennen, begleiten.

Liebe Familie Rössler,

liebe Birgit, lieber Keno, liebe Concha, liebe Ilka,

Euch und alle, die hier heute hierher mitgebracht habt, um ihr nah zu sein, nehmen wir tröstend in unsere Mitte.

Wir zünden uns auch eine Kerze an.

Lied: In das Dunkel deiner Vergangenheit / GL 839, 1+3+5 Strophe

„In all dein Sein, in dein Fühlen und Denken lege ich meine Zusage:

Ich bin da!“

Text: Paul Weismantel, Melodie: Barbara Kolberg 2007

Orgel: Monika Bojanowski / Gesang: Sabine Marienfeld

Hören/Lesen wir nun das Evangelium des Tages:

Liedruf vor dem Evangelium – Orgel: Monika Bojanowski / Gesang: Sabine Marienfeld
Audio – Evangelium zum (Mit-) Hören und/oder nachfolgend zum (Mit-) Lesen

Evangelium des Tages 22. So. im Jahreskreis Lesejahr A, Matthäus 16, 21-27

Liedruf nach dem Evangelium Orgel: Monika Bojanowski / Gesang: Sabine Marienfeld

GEDANKEN ZUM EVANGELIUM

von Anja Neißner

Audio-Gedanken zum Evangelium zum (Mit-) Hören

Das heutige Evangelium hat mich unglaublich aufgewühlt, es hat mich unruhig gemacht, es hat mich nervös gemacht, ohne dass ich einen Satz herausheben könnte, der das bewirkt hat. Ich bin den ganzen Vormittag herumgelaufen und war unruhig und irgendwann am frühen Nachmittag hab ich mir das Evangelium in „Leichter Sprache“ aufgerufen und eine große Ruhe machte sich in mir breit. Vielleicht brauchte ich einfach in dem Moment diese Einfachheit der Worte. Da heißt es überschrieben:

Jesus sagt seinen Freunden, dass sie immer mutig sein sollen

Und dann wird der Text so dargestellt:

Jesus war schon einige Jahre mit seinen Freunden unterwegs.
Jesus erzählte überall von Gott.
Jesus spürte aber auch, dass er bald sterben muss.

Jesus wollte seine Freunde darauf vorbereiten.
Er sagte zu seinen Freunden:

Wir gehen jetzt in eine andere Stadt.
Die Stadt heißt Jerusalem.
In Jerusalem leben mächtige Leute.
Die mächtigen Leute ärgern sich, weil ich von Gott erzähle.
Die mächtigen Leute wollen mich quälen.
Und ans Kreuz schlagen.
Und töten.
Aber ich werde nach 3 Tagen von den Toten auferstehen.

Einer von den Freunden war Petrus.
Petrus war aufgeregt.
Petrus sagte zu Jesus:

Jesus, das darf nicht passieren.
Keiner darf dich quälen.
Keiner darf dich ans Kreuz schlagen.
Keiner darf dich töten.
Gott muss das verbieten.

Jesus sagte zu Petrus:

Petrus, halt den Mund.
Du hast keine Ahnung davon, was Gott will.
Du denkst genauso wie alle Menschen.
Gott denkt anders als die Menschen.
Gott will etwas anderes als die Menschen.

Jesus sagte zu seinen Freunden:

Ihr seid meine Freunde.
Ihr wollt alles über Gott lernen.
Wenn ihr alles über Gott lernen wollt, müsst ihr auch die schweren
Sachen von Gott lernen.
Die schweren Sachen von Gott sind für Menschen schwer zu
verstehen.
Die schweren Sachen von Gott könnt ihr nur mit dem Herzen
verstehen.

Jesus sagte:

So könnt ihr die schweren Sachen von Gott verstehen lernen:
Verlasst euch darauf, dass Gott euch am allerbesten kennt.
Denkt nicht nur an euch selber.
Denkt auch an die anderen Menschen.

 
Auch, wenn das nicht alle Fragen beantwortet, hat es mich irgendwie ruhiger gemacht.

Lied: Fragen (Vater, nur du)

Orgel: Monika Bojanowski / Gesang: Sabine Marienfeld

Text+Melodie: Christian Methfessel

Wie geht es weiter? Wo geh´n wir hin? Was kommt danach und was ist der Sinn? Was bringt das Leben? Wo komm´ ich an? Steckt hinter all dem wirklich ein Plan?

Vater, nur du, kennst die Antwort darauf. Vater, nur du, kommst und richtest mich auf. Vater, nur du hörst mir jederzeit zu. Vater, nur du. Vater, nur du.

Wann muss ich gehen? Und wo bist du? Wer ist bei mir und wer hört mir zu? Was bringt die Zukunft? Was ist mein Ziel? Will ich zu wenig oder zu viel?

Vater, nur du, kennst die Antwort darauf. Vater, nur du, kommst und richtest mich auf. Vater, nur du hörst mir jederzeit zu. Vater, nur du. Vater, nur du.

Kann Liebe leiden? Wer kennt die Zeit? Wer steht darüber und weiß Bescheid? Was zählt ein Leben? Was mach ich hier? Wer kennt die Fragen schon lang vor mir?

Vater, nur du, kennst die Antwort darauf. Vater, nur du, kommst und richtest mich auf. Vater, nur du hörst mir jederzeit zu. Vater, nur du. Vater, nur du.

(Text/Melodie: Christian Methfessel)

Schauen wir nun, welche

GEDANKEN BEIM STELLEN DER FIGUREN

sich Annemie Ulrich

zum Evangelium gemacht hat:.

(und wie Kristina Rosenbaum sie in Szene gesetzt hat)

Jesus hat Petrus am vorigen Sonntag zu seinem Nachfolger erklärt, als Felsen bezeichnet, auf den er seine Kirche bauen will. Petrus ist sich dieser besonderen Aufgabe durchaus bewusst. Und so wundert es mich nicht, dass er es im heutigen Evangelium wagt, Jesus zurechtzuweisen. Er ist verständlicherweise nicht damit einverstanden, dass Jesus nach Jerusalem gehen will und sich dort, scheinbar willenlos, den Ältesten, Hohepriestern und Schriftgelehrten ausliefert, ja sogar bereit ist,sich töten zu lassen.

Unvorstellbar, dass die Sache Jesu so enden soll. Das kann man doch
verhindern, das muss nicht sein, so denkt Petrus und nimmt Jesus beiseite. Die anderen, die vielleicht ähnlich denken, sollen diese Maßregelung wohl nicht mitbekommen. In der Figurenszene sehen wir diesen Moment.

Jesus reagiert unerwartet schroff und hart. Er bezeichnet Petrus, seinen erklärten Nachfolger sogar als Satan, wendet sich von ihm ab und weist ihn in die Schranken. Das muss für Petrus ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, hatte er es doch gut gemeint.
Die Erklärung durch Jesus folgt. Gott denkt anders als die Menschen. All das, was Jesus in den vergangenen Jahren getan und gelehrt hat, stand unter dem großen Thema Gottes- und Nächstenliebe. Jesus geht diesen Weg konsequent bis zum Ende. Er opfert sein Leben für uns am Kreuz, weil er Gott und die Menschen liebt.

Heute habe ich mich ehrlich gesagt etwas schwer getan, meine Gedanken verständlich in Worte zu fassen. Die Szene, die ich darstellen wollte war sofort in meinem Kopf. Hier stehen sich zwei unterschiedliche Denkweisen gegenüber:

Petrus, der Mensch und Jesus, der Sohn Gottes.

Die Aussage des Textes ist eine Herausforderung, es geht sprichwörtlich ans „Eingemachte“.

Jesus fordert uns knallhart auf, unser Leben auf ihn hin auszurichten und uns, wie Paulus im
Lesungstext an die Gemeinde von Rom schreibt, „…verwandeln zu lassen, durch die Erneuerung des Denkens, damit wir prüfen können, was der Wille Gottes ist“. Da müssen wir aus unserer Komfortzone heraus.

Vieles steht auf dem Prüfstand, muss „sterben“, damit Platz ist für Gott und seine Botschaft. Taten der Nächstenliebe, Vergebung, Rücksichtnahme, Umkehr, geschwisterliches Miteinander … , das ist oft nicht einfach und verlangt uns häufig einiges ab. Wir empfinden das manchmal vielleicht als „Kreuz“, es führt uns aber letztendlich zu einem erfüllten Leben und zu Gott. Und jede noch so kleine Tat ist ein wichtiger Schritt in der Nachfolge Jesu.

Sehr ermutigend finde ich den nachfolgenden Text. Er macht mir noch einmal deutlich, dass ich nicht alleine auf dem Weg bin, sondern dass wir in Gemeinschaft zur Nachfolge berufen sind und wir gemeinsam unterwegs sind und uns gegenseitig stärken können, falls das „Kreuz“ uns zu schwer wird und uns niederdrückt.

seine Sache und unsere Sache
Er öffnet uns die Augen,
dass wir verstehen.
Jetzt ist es an uns,
dass wir einander vergeben,
das Wort säen,
Zeichen wirken,
das Brot brechen,
und unseren Geist und unsere
Menschlichkeit entwickeln.
Der Anbruch des Reiches ist
unser Programm.
Liebe, Gerechtigkeit, Friede
und Einheit –
allesamt unsere Sache.
Wir gehen als Zeugen
bis an der Erde Enden. – WIR

Aus: Frauen und Gott von Eleonore Beck und Gabriele Miller, Butzon & Bercker

Lied: Liebe ist nicht nur ein Wort – Orgel: Monika Bojanowski / Gesang: Sabine Marienfeld

Beten wir nun das Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat. Heute laden wir dazu ein, in die Stelle

DEIN WILLE GESCHEHE“

besonders hinzuspüren und zu -hören. Denn ist es nicht das, was Jesus uns im heutigen Evangelium sagen möchte?

Vater unser, im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Amen.

Im Hönninger Kindergartenwald haben Besucher des Waldes  wieder Wünsche und Bitten aufgehängt:


Lass die Tiere leben

Lieber Gott habe Gnade mit uns und lass die Sonne uns nicht verbrennen

Gesundheit und Liebe für alle

Erfolg als Quarzitgesteinexperte – wünsch ich mir

Kraft und Zuversicht für Familie Weber – dass Jan bei Ihnen und uns sein kann

Dass unsere Familie gesund bleibt

Dass ich bald einen Keilerzahn finde

Ich bin dankbar für meine Familie und wünsche J. Gottes großen Segen im Kiga, C. viel Esprit in Regensburg, M., dass er sich findet.

Dieser Zettel ist für Eure persönliche Bitte

Liebe Kirchencafé-ler,

wir spüren schon mit ein bisschen Wehmut, dass der Sommer sich dem Ende zuneigt und schon etwas Herbst in der Luft liegt. Aber wäre es nicht auch langweilig, wenn IMMER Sommer wäre?

Wir haben jetzt tatsächlich schon durch zwei Jahreszeiten, den Frühling und den Sommer, hier zusammen virtuell das Morgenlob gemeinsam gefeiert. Bleiben wir gespannt, wie es sich im Herbst anfühlen wird. Wir freuen uns jedenfalls schon darauf, denn im Augenblick scheint es noch nicht sinnvoll oder möglich zu sein, das Morgenlob  wieder im Kirchencafé  vor Ort zu feiern.

Vielen Dank an Monika Bojanowski und Sabine Marienfeld für die nachdenklich stimmenden, und sich so gut in das Morgenlob einfügenden, neu aufgenommenen Musikstücke. Danke an alle, die wieder etwas beigetragen haben.

Aber vor allem DANKE an alle fürs Mitfeiern.

Liebe Familie Rössler, liebe Birgit, lieber Keno, liebe Concha, liebe Ilka, wir danken Euch von Herzen für das in uns gesetzte Vertrauen, Gudrun hier gemeinsam verabschieden zu können und sind in Gedanken bei Euch und bei allen, die Ihr hier heute aus ihrem und Eurem Umfeld mitgebracht habt und die, die von anderswo an Sie denken.

Gott, segne uns alle.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Jetzt trinken wir einen Kaffee und hören noch etwas Musik 

Hier geht es weiter 

am Mittwoch, den 02.09.2020 ab 7.00 Uhr

mit EUREN Beiträgen der Woche

Mit den besten Grüßen

für das Team des Kirchencafés

Eure Anja Neißner